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Eine kleine Stadt bei Auschwitz

Gewöhnliche Nazis und der Holocaust

Wie haben „gewöhnliche“ Deutsche am Holocaust mitgewirkt? In ihrem Buch untersucht Mary Fulbrook die Rolle des Landrats Udo Klausa in Bedzinie, Oberschlesien, nur 37 Kilometer von Auschwitz entfernt. Klausa kann als Chef der Zivilverwaltung keine direkte Gewaltanwendung gegen Juden nachgewiesen werden, dennoch hat er Leid verursacht und auf seine Weise die Voraussetzungen für den Genozid geschaffen.
Fulbrooks Buch bietet ein differenziertes Bild der „Banalität des Bösen“ und beschäftigt sich mit einer vernachlässigten Fragestellung: Bislang richtete sich der Blick eher auf die am Massenmord Beteiligten und die Schreibtischtäter wie Eichmann. Wie aber wurde der Holocaust in der Verwaltung umgesetzt bzw. ermöglicht, wie ist die Ghettoisierung durchgeführt worden – und wie hat der Leiter der Zivilverwaltung seine Beteiligung vor sich selbst gerechtfertigt und diese Erfahrung verarbeitet?
Das Buch zeigt, wie die jüdische Bevölkerung schrittweise erniedrigt und geschwächt wurde, so dass eine „Endlösung“ aus der Perspektive der deutschen „Herrenrasse“ notwendig zu sein schien. Die Zivilverwaltung übte so eine systematische Gewalt aus und schuf Bedingungen, unter denen der Holocaust als einzige „Lösung“ denkbar wurde und eine solche „Lösung“ am effizientesten in die Praxis umgesetzt werden konnte.

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Veröffentlicht: 23.10.2015
Seitenzahl: 490
Produkt: Festeinband
Illustration: Abb.
ISBN: 978-3-8375-0980-9
  • 20980

Mary Fulbrook

Mary Fulbrook ist Professorin für deutsche Geschichte und Direktorin des Europäischen Instituts am University College London.

Mary Fulbrook
Wie haben „gewöhnliche“ Deutsche am Holocaust mitgewirkt? In ihrem Buch untersucht Mary... mehr
Produktinformationen "Eine kleine Stadt bei Auschwitz"

Wie haben „gewöhnliche“ Deutsche am Holocaust mitgewirkt? In ihrem Buch untersucht Mary Fulbrook die Rolle des Landrats Udo Klausa in Bedzinie, Oberschlesien, nur 37 Kilometer von Auschwitz entfernt. Klausa kann als Chef der Zivilverwaltung keine direkte Gewaltanwendung gegen Juden nachgewiesen werden, dennoch hat er Leid verursacht und auf seine Weise die Voraussetzungen für den Genozid geschaffen.
Fulbrooks Buch bietet ein differenziertes Bild der „Banalität des Bösen“ und beschäftigt sich mit einer vernachlässigten Fragestellung: Bislang richtete sich der Blick eher auf die am Massenmord Beteiligten und die Schreibtischtäter wie Eichmann. Wie aber wurde der Holocaust in der Verwaltung umgesetzt bzw. ermöglicht, wie ist die Ghettoisierung durchgeführt worden – und wie hat der Leiter der Zivilverwaltung seine Beteiligung vor sich selbst gerechtfertigt und diese Erfahrung verarbeitet?
Das Buch zeigt, wie die jüdische Bevölkerung schrittweise erniedrigt und geschwächt wurde, so dass eine „Endlösung“ aus der Perspektive der deutschen „Herrenrasse“ notwendig zu sein schien. Die Zivilverwaltung übte so eine systematische Gewalt aus und schuf Bedingungen, unter denen der Holocaust als einzige „Lösung“ denkbar wurde und eine solche „Lösung“ am effizientesten in die Praxis umgesetzt werden konnte.

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