Pavel Kocman, Milan Repa

Avigdor, Benesch, Gitl

Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien im Mittelalter

Samuel Steinherz (1857–1942) gehört zu den weitgehend vergessenen Historikern. Ab 1901 lehrte er Historische Hilfswissenschaften an der Deutschen Universität in Prag und war 1915–1925 Ordinarius für österreichische Geschichte. In die Mühlen der Auseinandersetzungen mit antisemitischen nationalen und christlichsozialen Studentenvereinigungen geriet der altliberale Großösterreicher 1922, als er zum Rektor der Deutschen Universität gewählt wurde und nicht, wie vor 1918 in der k. u. k. Monarchie üblich, als Jude auf die Übernahme dieses Amtes verzichtete. Das führte zu einem Vorlesungsboykott seitens der extrem nationalistischen Studentenschaft („Steinherz-Affäre“). Wohl diese Erfahrungen brachten Steinherz dazu, sich auf seine jüdische Herkunft zu besinnen. Er befasste sich fortan mit der mittelalterlichen Geschichte der Juden in Böhmen. 1939 aus allen deutschen wissenschaftlichen Organisationen ausgeschlossen, wurde er im Sommer 1942 bereits fast erblindet mit seiner Gattin nach Theresienstadt deportiert, wo er am 16. Dezember 1942 starb. Der Band erinnert an Samuel Steinherz, der eigentlich nur noch durch die „Steinherz-Affäre“ im Bewusstsein der Fachwelt bekannt ist. Er enthält neben grundlegenden Überlegungen zur Erforschung mittelalterlicher jüdischer Existenz in Mitteleuropa und zur Entwicklung der jüdischen Geschichtsforschung in Schlesien zahlreiche Arbeiten zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit sowie Beiträge zu Leben und Werk von Samuel Steinherz.

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Veröffentlicht: 26.06.2016
Seitenzahl: 468
Produkt: Festeinband
ISBN: 978-3-8375-1515-2
  • 21515

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Produktinformationen "Avigdor, Benesch, Gitl"

Samuel Steinherz (1857–1942) gehört zu den weitgehend vergessenen Historikern. Ab 1901 lehrte er Historische Hilfswissenschaften an der Deutschen Universität in Prag und war 1915–1925 Ordinarius für österreichische Geschichte. In die Mühlen der Auseinandersetzungen mit antisemitischen nationalen und christlichsozialen Studentenvereinigungen geriet der altliberale Großösterreicher 1922, als er zum Rektor der Deutschen Universität gewählt wurde und nicht, wie vor 1918 in der k. u. k. Monarchie üblich, als Jude auf die Übernahme dieses Amtes verzichtete. Das führte zu einem Vorlesungsboykott seitens der extrem nationalistischen Studentenschaft („Steinherz-Affäre“). Wohl diese Erfahrungen brachten Steinherz dazu, sich auf seine jüdische Herkunft zu besinnen. Er befasste sich fortan mit der mittelalterlichen Geschichte der Juden in Böhmen. 1939 aus allen deutschen wissenschaftlichen Organisationen ausgeschlossen, wurde er im Sommer 1942 bereits fast erblindet mit seiner Gattin nach Theresienstadt deportiert, wo er am 16. Dezember 1942 starb. Der Band erinnert an Samuel Steinherz, der eigentlich nur noch durch die „Steinherz-Affäre“ im Bewusstsein der Fachwelt bekannt ist. Er enthält neben grundlegenden Überlegungen zur Erforschung mittelalterlicher jüdischer Existenz in Mitteleuropa und zur Entwicklung der jüdischen Geschichtsforschung in Schlesien zahlreiche Arbeiten zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit sowie Beiträge zu Leben und Werk von Samuel Steinherz.

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