Die Überlieferung der Diktatur

Beiträge zum Umgang mit Archiven der Gehimpolizei in Polen und Deutschland nach 1989

Der vorliegende Sammelband, der auf eine wissenschaftliche Tagung des Deutsch-Französischen Forschungszentrums für Sozialwissenschaften (Centre Marc Bloch) in Berlin zurückgeht, will anhand der Analyse von Archivpolitiken in Polen und in Deutschland einen Beitrag zur vergleichenden Geschichtsschreibung von kommunistischen Regimes leisten.
Neben ausführlichen Darstellungen zu den Entwicklungen der deutschen und der polnischen Gesetzgebung hinsichtlich der Unterlagen der ehemaligen kommunistischen Geheimdienste und der für die Erfassung, Verwaltung und Verwendung dieser Unterlagen zuständigen Institutionen enthält der Band zahlreiche Beiträge zu den Bedingungen und dem Umfang der wissenschaftlichen Verwendung der verfügbaren Bestände. Darüber hinaus setzen sich die Verfasser mit der Historiographie über die Geheimdienste und über die kommunistischen Regimes in den beiden Ländern auseinander. Die beiden Situationen werden vergleichend analysiert und in einen breiteren wissenschaftlichen, politischen und historischen Kontext eingeordnet.
Der Band wird durch Beiträge ergänzt, die die Politisierung der Debatten über den Umgang mit den Geheimpolizeiarchiven reflektieren und dabei generelle Dimensionen der Aufarbeitung der Zeitgeschichte offen legen. Zugleich wird die Wechselbeziehung zwischen Geschichtswissenschaft, kollektivem Gedächtnis und Politik ausdiskutiert, und zwar am Beispiel der Spannungen zwischen dem Staat, den Wissenschaftlern und den Bürgern in ihrem Umgang mit der kommunistischen Periode.

Aus dem Inhalt:

- Das Institut für Nationales Gedenken – das polnische Modell der Abrechnung mit der totalitären Vergangenheit (Pawel Machcewicz)
- Rechtliche Voraussetzungen für den Zugang zu Dokumenten im Archiv des Instituts für Nationales Gedenken (Krzysztof Persak)
- Das Archiv der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR (Günter Bormann)
- Der Kohl-Urteil und seine Folgen (Johannes Beleites)
- Die Entwicklung und Bedeutung der unabhängigen Archive in Ostdeutschland (Kartharina Lenski)
- Zehn Jahre Matthias-Domaschk-Archive Berlin (Werner Theuer)
- Das Archiv des Instituts für Nationales Gedenken – Ziele und Aufgaben. Das Problem der „Dossiers“ – Tatsachen und Legenden (Bernadetta Gronek)
- Einige Etappen der Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in der Tschechischen Republik seit 1989 (Muriel Blaive)
- Das Archiv des Sicherheitsapparats der Volksrepublik Polen als Quelle: was schon getan ist, was noch zu tun bleibt (Andrzej Paczkowski)
- „Zersetzung“ – Interpretationen und Kontroversen der Stasi-Historiografie am Beispiel einer geheimpolizeilichen Methode (Jens Gieseke)
- Geheim und öffentlich: Die DDR-Gesellschaft und ihre Polizeien (Thomas Lindenberger)
- Was ich aus den legendären „Mappen“, erfahren möchte (Marcin Kula)
- „Was lesen wir, wenn wir unsere Akten lesen“ (Ulrike Poppe)
- Jenseits von Verdammung und Verklärung: Plädoyer für eine differenzierte DDR-Geschichte (Konrad H. Jarausch)
- Die polnische Geschichtsschreibung und die Erinnerung an die Volksrepublik Polen (Antoni Dudek)

22,90 € *

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Veröffentlicht: 01.08.2003
Seitenzahl: 300
Produkt: Broschur
ISBN: 978-3-89861-164-0
  • 01164

Dorota Dakowska

Dorota Dakowska
Der vorliegende Sammelband, der auf eine wissenschaftliche Tagung des... mehr
Produktinformationen "Die Überlieferung der Diktatur"

Der vorliegende Sammelband, der auf eine wissenschaftliche Tagung des Deutsch-Französischen Forschungszentrums für Sozialwissenschaften (Centre Marc Bloch) in Berlin zurückgeht, will anhand der Analyse von Archivpolitiken in Polen und in Deutschland einen Beitrag zur vergleichenden Geschichtsschreibung von kommunistischen Regimes leisten.
Neben ausführlichen Darstellungen zu den Entwicklungen der deutschen und der polnischen Gesetzgebung hinsichtlich der Unterlagen der ehemaligen kommunistischen Geheimdienste und der für die Erfassung, Verwaltung und Verwendung dieser Unterlagen zuständigen Institutionen enthält der Band zahlreiche Beiträge zu den Bedingungen und dem Umfang der wissenschaftlichen Verwendung der verfügbaren Bestände. Darüber hinaus setzen sich die Verfasser mit der Historiographie über die Geheimdienste und über die kommunistischen Regimes in den beiden Ländern auseinander. Die beiden Situationen werden vergleichend analysiert und in einen breiteren wissenschaftlichen, politischen und historischen Kontext eingeordnet.
Der Band wird durch Beiträge ergänzt, die die Politisierung der Debatten über den Umgang mit den Geheimpolizeiarchiven reflektieren und dabei generelle Dimensionen der Aufarbeitung der Zeitgeschichte offen legen. Zugleich wird die Wechselbeziehung zwischen Geschichtswissenschaft, kollektivem Gedächtnis und Politik ausdiskutiert, und zwar am Beispiel der Spannungen zwischen dem Staat, den Wissenschaftlern und den Bürgern in ihrem Umgang mit der kommunistischen Periode.

Aus dem Inhalt:

- Das Institut für Nationales Gedenken – das polnische Modell der Abrechnung mit der totalitären Vergangenheit (Pawel Machcewicz)
- Rechtliche Voraussetzungen für den Zugang zu Dokumenten im Archiv des Instituts für Nationales Gedenken (Krzysztof Persak)
- Das Archiv der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR (Günter Bormann)
- Der Kohl-Urteil und seine Folgen (Johannes Beleites)
- Die Entwicklung und Bedeutung der unabhängigen Archive in Ostdeutschland (Kartharina Lenski)
- Zehn Jahre Matthias-Domaschk-Archive Berlin (Werner Theuer)
- Das Archiv des Instituts für Nationales Gedenken – Ziele und Aufgaben. Das Problem der „Dossiers“ – Tatsachen und Legenden (Bernadetta Gronek)
- Einige Etappen der Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in der Tschechischen Republik seit 1989 (Muriel Blaive)
- Das Archiv des Sicherheitsapparats der Volksrepublik Polen als Quelle: was schon getan ist, was noch zu tun bleibt (Andrzej Paczkowski)
- „Zersetzung“ – Interpretationen und Kontroversen der Stasi-Historiografie am Beispiel einer geheimpolizeilichen Methode (Jens Gieseke)
- Geheim und öffentlich: Die DDR-Gesellschaft und ihre Polizeien (Thomas Lindenberger)
- Was ich aus den legendären „Mappen“, erfahren möchte (Marcin Kula)
- „Was lesen wir, wenn wir unsere Akten lesen“ (Ulrike Poppe)
- Jenseits von Verdammung und Verklärung: Plädoyer für eine differenzierte DDR-Geschichte (Konrad H. Jarausch)
- Die polnische Geschichtsschreibung und die Erinnerung an die Volksrepublik Polen (Antoni Dudek)

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