Unsichtbare Mauern

Die Deutschen in der Prager Gesellschaft zwischen Abkapselung und Interaktion (1918–1938/39)

Die Prager Deutschen befanden sich nach der Gründung der Tschechoslowakei am 28. Oktober 1918 in einer besonderen Situation. Prag wurde nicht nur Hauptstadt des jungen Staates, sondern blieb auch das wichtigste Zentrum deutschsprachiger Kultur des Landes. Die vergleichsweise kleine deutsche Minderheit der Stadt, die weniger als fünf Prozent ausmachte, war tschechischen nationalbewussten Politikern, die vom »slawischen Prag« schwärmten, ein Dorn im Auge.
Symbolisierte Prag für die Tschechen ihre nationale Wiedergeburt und die Zukunft, stand die Stadt an der Moldau für die Deutschen vor allem für den Niedergang. Für die Prager Deutschen kamen irredentistische Abtrennungsbestrebungen von der Tschechoslowakei, wie sie in den deutsch dominierten Grenzgebieten seit der Staatsgründung immer wieder verfolgt wurden, niemals in Frage. Sie mussten sich von Anfang an mit ihrer Rolle als Minderheit in der Hauptstadt des neuen Staates arrangieren.
Im Zentrum der Studie steht die Frage, wie die Prager Deutschen auf den Verlust ihrer in der Habsburgermonarchie privilegierten Stellung reagierten, welche Auswirkungen die tschechoslowakische Staatsgründung auf das deutsch-tschechisch-jüdische Beziehungsgeflecht hatte und wie es möglich war, dass sich die Mehrheit dieser ursprünglich von liberalen Werten geprägte Gruppe in den 1930er Jahren politisch stark radikalisierte.


Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa , Band 41
39,95 € *

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Sofort versandfertig, Lieferzeit ca. 1-3 Werktage

Veröffentlicht: 08.07.2013
Seitenzahl: 472
Produkt: Festeinband
ISBN: 978-3-8375-0948-9
  • 20948

Alfons Adam

Alfons Adam
Die Prager Deutschen befanden sich nach der Gründung der Tschechoslowakei am 28. Oktober... mehr
Produktinformationen "Unsichtbare Mauern"

Die Prager Deutschen befanden sich nach der Gründung der Tschechoslowakei am 28. Oktober 1918 in einer besonderen Situation. Prag wurde nicht nur Hauptstadt des jungen Staates, sondern blieb auch das wichtigste Zentrum deutschsprachiger Kultur des Landes. Die vergleichsweise kleine deutsche Minderheit der Stadt, die weniger als fünf Prozent ausmachte, war tschechischen nationalbewussten Politikern, die vom »slawischen Prag« schwärmten, ein Dorn im Auge.
Symbolisierte Prag für die Tschechen ihre nationale Wiedergeburt und die Zukunft, stand die Stadt an der Moldau für die Deutschen vor allem für den Niedergang. Für die Prager Deutschen kamen irredentistische Abtrennungsbestrebungen von der Tschechoslowakei, wie sie in den deutsch dominierten Grenzgebieten seit der Staatsgründung immer wieder verfolgt wurden, niemals in Frage. Sie mussten sich von Anfang an mit ihrer Rolle als Minderheit in der Hauptstadt des neuen Staates arrangieren.
Im Zentrum der Studie steht die Frage, wie die Prager Deutschen auf den Verlust ihrer in der Habsburgermonarchie privilegierten Stellung reagierten, welche Auswirkungen die tschechoslowakische Staatsgründung auf das deutsch-tschechisch-jüdische Beziehungsgeflecht hatte und wie es möglich war, dass sich die Mehrheit dieser ursprünglich von liberalen Werten geprägte Gruppe in den 1930er Jahren politisch stark radikalisierte.


Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa , Band 41
Weiterführende Links zu "Unsichtbare Mauern"
Zuletzt angesehen