Statuswechsel

Kriegserfahrung und nationale Wahrnehmung im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71

Wie geht eine Armee mit bewaffneten Zivilpersonen um? Wohin mit den Kriegsgefangenen, wenn deren Zahlen alle Erwartungen des Siegers übersteigen? Muss ein verwundeter Gegner in jedem Fall geschont werden? Was soll mit den Einwohnern einer belagerten Stadt geschehen? Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 war die erste Bewährungsprobe für die humanitären Konventionen im 19. Jahrhundert, deren Bestimmungen dazu beitragen sollten, die Härten eines Krieges abzumildern. Aber der Feldzug Preußen-Deutschlands gegen Frankreich trug bereits Züge eines modernen Massenkriegs und warf Probleme auf, mit denen weder die Militärs im Felde noch die Völkerrechtler am Verhandlungstisch gerechnet hatten.
Die innovative Studie der Braunschweiger Historikerin Heidi Mehrkens nimmt erstmals aus kulturgeschichtlicher Perspektive den Umgang mit den tradierten Kriegsgebräuchen sowie die Wahrnehmung des neu geschaffenen internationalen Rechts im Feldzug 1870/71 in den Blick. Untersucht werden deutsche und französische Verhaltens- und Deutungsmuster, die sich unter
den Bedingungen eines verlustreich geführten Krieges herausbildeten. Wenn Kombattanten nicht mehr eindeutig auszumachen sind, Unbeteiligte ins Geschehen eingreifen und somit Kriegsteilnehmer beider Seiten ihren Rechtsstatus wechseln, werden Begriffe von „Recht“ und „Unrecht“ zu Kategorien nationaler Selbst- und Fremdwahrnehmung.


Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte - Neue Folge , Band 21
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Veröffentlicht: 28.04.2008
Seitenzahl: 282
Produkt: Festeinband
ISBN: 978-3-89861-565-5
  • 01565

Heidi Mehrkens

Heidi Mehrkens
Wie geht eine Armee mit bewaffneten Zivilpersonen um? Wohin mit den Kriegsgefangenen, wenn... mehr
Produktinformationen "Statuswechsel"

Wie geht eine Armee mit bewaffneten Zivilpersonen um? Wohin mit den Kriegsgefangenen, wenn deren Zahlen alle Erwartungen des Siegers übersteigen? Muss ein verwundeter Gegner in jedem Fall geschont werden? Was soll mit den Einwohnern einer belagerten Stadt geschehen? Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 war die erste Bewährungsprobe für die humanitären Konventionen im 19. Jahrhundert, deren Bestimmungen dazu beitragen sollten, die Härten eines Krieges abzumildern. Aber der Feldzug Preußen-Deutschlands gegen Frankreich trug bereits Züge eines modernen Massenkriegs und warf Probleme auf, mit denen weder die Militärs im Felde noch die Völkerrechtler am Verhandlungstisch gerechnet hatten.
Die innovative Studie der Braunschweiger Historikerin Heidi Mehrkens nimmt erstmals aus kulturgeschichtlicher Perspektive den Umgang mit den tradierten Kriegsgebräuchen sowie die Wahrnehmung des neu geschaffenen internationalen Rechts im Feldzug 1870/71 in den Blick. Untersucht werden deutsche und französische Verhaltens- und Deutungsmuster, die sich unter
den Bedingungen eines verlustreich geführten Krieges herausbildeten. Wenn Kombattanten nicht mehr eindeutig auszumachen sind, Unbeteiligte ins Geschehen eingreifen und somit Kriegsteilnehmer beider Seiten ihren Rechtsstatus wechseln, werden Begriffe von „Recht“ und „Unrecht“ zu Kategorien nationaler Selbst- und Fremdwahrnehmung.


Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte - Neue Folge , Band 21
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