Die britische Gewerkschaftspolitik in der britischen Besatzungszone 1945–1949

Als eine der organisatorischen Säulen der Arbeiterbewegung blicken die Gewerkschaften auf eine bis weit ins 19. Jahrhundert reichende Geschichte zurück. Dabei ist ein Spezifikum der deutschen Gewerkschaftsbewegung ihre Zerschlagung durch die Nationalsozialisten und ihr Wiederaufbau unter alliierter Besatzung nach Kriegsende. Hier setzt die vorliegende Studie an. Der Fokus liegt auf der Gewerkschaftspolitik der Briten in ihrer Zone, dem Gebiet der heutigen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Kennzeichnend für diese Thematik ist das komplexe Spannungsfeld, in dem sich die britischen Akteure bewegten. Neben erforderlichen Abstimmungen mit den übrigen Alliierten und innerbritischen Konflikten um den gewerkschaftspolitischen Kurs sahen sie sich mit sehr unterschiedlichen Neuordnungsvorstellungen deutscher Gewerkschafter konfrontiert. De facto prägte die Politik der Briten in ihrem Einflussbereich die Gewerkschaftsentwicklung nachhaltig.
Das Buch bietet erstmals aus britischer Perspektive einen differenzierten Einblick in den gewerkschaftlichen Wiederaufbau in der britischen Besatzungszone. Vor allem zu diesem Thema bisher nicht ausgewertete Akten der britischen Kontrollkommission in Deutschland und der Labour-Regierung in London ermöglichen spannende Einsichten in gewerkschaftspolitische Entscheidungsprozesse sowie in Motive und Handlungsmuster britischer Besatzungsoffiziere vor Ort. Dabei werden einige aus der bislang vorrangig deutschen Sichtweise resultierende Annahmen revidiert.


Düsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte und zur Geschichte Nordrhein-Westfalens , Band 84
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Veröffentlicht: 22.10.2010
Seitenzahl: 612
Produkt: Festeinband
ISBN: 978-3-8375-0335-7
  • 20335

Anja Ingenbleek

Anja Ingenbleek, geboren 1971 in Kleve, hat in Düsseldorf Geschichte und Anglistik auf Lehramt studiert. 2008 wurde sie mit einer Arbeit über die Gewerkschaftspolitik der Briten im besetzten Nachkriegsdeutschland promoviert. Sie arbeitet als Lehrerin. <br>Ihre Forschungsschwerpunkte sind die deutsche Nachkriegsgeschichte, die britische Besatzungspolitik in Deutschland nach 1945 und die Geschichte der Gewerkschaften. <br>

Anja Ingenbleek
Als eine der organisatorischen Säulen der Arbeiterbewegung blicken die Gewerkschaften auf... mehr
Produktinformationen "Die britische Gewerkschaftspolitik in der britischen Besatzungszone 1945–1949"

Als eine der organisatorischen Säulen der Arbeiterbewegung blicken die Gewerkschaften auf eine bis weit ins 19. Jahrhundert reichende Geschichte zurück. Dabei ist ein Spezifikum der deutschen Gewerkschaftsbewegung ihre Zerschlagung durch die Nationalsozialisten und ihr Wiederaufbau unter alliierter Besatzung nach Kriegsende. Hier setzt die vorliegende Studie an. Der Fokus liegt auf der Gewerkschaftspolitik der Briten in ihrer Zone, dem Gebiet der heutigen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Kennzeichnend für diese Thematik ist das komplexe Spannungsfeld, in dem sich die britischen Akteure bewegten. Neben erforderlichen Abstimmungen mit den übrigen Alliierten und innerbritischen Konflikten um den gewerkschaftspolitischen Kurs sahen sie sich mit sehr unterschiedlichen Neuordnungsvorstellungen deutscher Gewerkschafter konfrontiert. De facto prägte die Politik der Briten in ihrem Einflussbereich die Gewerkschaftsentwicklung nachhaltig.
Das Buch bietet erstmals aus britischer Perspektive einen differenzierten Einblick in den gewerkschaftlichen Wiederaufbau in der britischen Besatzungszone. Vor allem zu diesem Thema bisher nicht ausgewertete Akten der britischen Kontrollkommission in Deutschland und der Labour-Regierung in London ermöglichen spannende Einsichten in gewerkschaftspolitische Entscheidungsprozesse sowie in Motive und Handlungsmuster britischer Besatzungsoffiziere vor Ort. Dabei werden einige aus der bislang vorrangig deutschen Sichtweise resultierende Annahmen revidiert.


Düsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte und zur Geschichte Nordrhein-Westfalens , Band 84
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