Christina Gerstenmayer

Bettler und Vaganten in der Neuzeit (1500–1933)

Eine kommentierte Quellenedition

Almosensammelnde und umherziehende Arme galten den Eliten Europas spätestens seit Anbruch der Neuzeit als ein gravierendes Problem. Sie störten die gute polizeiliche Ordnung, verletzten die Arbeitsmoral, erschienen gar als eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Diese Edition versammelt 257 Dokumente aus dem deutschen Raum, die den gesellschaftlichen Umgang mit Bettlern, Vagabunden, Zigeunern und Gaunern während der gut vier Jahrhunderte zwischen 1500 und 1933 widerspiegeln. Sie zeigen erstaunliche Kontinuitäten in der Wahrnehmung dieser Gruppen auf, aber auch Transformationen in ihrer Zusammensetzung sowie in der Art, wie sie beschrieben, erklärt und diszipliniert wurden. Vor allem illustrieren sie die anhaltende Brisanz des Phänomens über alle historischen Zäsuren hinweg. Immer wieder, bis hin zur Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, sprechen zeitgenössische Kommentare von einer bedrohlichen Überhandnahme von Bettel und Vagabondage. Indem der Band nicht nur Normen und abstrakte Diskurse dokumentiert, sondern ein starkes Gewicht auf die soziale Praxis und mediale Repräsentationen legt, verdeutlicht er jedoch zugleich die Ambivalenzen in den gesellschaftlichen Reaktionen: Im Alltag waren stets unterschiedliche Deutungen des Gabenbittens und des mittellosen Umherziehens möglich, und die Grenzen zwischen Repression und Toleranz blieben fließend.

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Veröffentlicht: 28.10.2013
Seitenzahl: 682
Produkt: Broschur
Illustration: Abb.
ISBN: 978-3-8375-0974-8
  • 20974

Beate Althammer

Beate Althammer
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Produktinformationen "Bettler und Vaganten in der Neuzeit (1500–1933)"

Almosensammelnde und umherziehende Arme galten den Eliten Europas spätestens seit Anbruch der Neuzeit als ein gravierendes Problem. Sie störten die gute polizeiliche Ordnung, verletzten die Arbeitsmoral, erschienen gar als eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Diese Edition versammelt 257 Dokumente aus dem deutschen Raum, die den gesellschaftlichen Umgang mit Bettlern, Vagabunden, Zigeunern und Gaunern während der gut vier Jahrhunderte zwischen 1500 und 1933 widerspiegeln. Sie zeigen erstaunliche Kontinuitäten in der Wahrnehmung dieser Gruppen auf, aber auch Transformationen in ihrer Zusammensetzung sowie in der Art, wie sie beschrieben, erklärt und diszipliniert wurden. Vor allem illustrieren sie die anhaltende Brisanz des Phänomens über alle historischen Zäsuren hinweg. Immer wieder, bis hin zur Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, sprechen zeitgenössische Kommentare von einer bedrohlichen Überhandnahme von Bettel und Vagabondage. Indem der Band nicht nur Normen und abstrakte Diskurse dokumentiert, sondern ein starkes Gewicht auf die soziale Praxis und mediale Repräsentationen legt, verdeutlicht er jedoch zugleich die Ambivalenzen in den gesellschaftlichen Reaktionen: Im Alltag waren stets unterschiedliche Deutungen des Gabenbittens und des mittellosen Umherziehens möglich, und die Grenzen zwischen Repression und Toleranz blieben fließend.

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