Aus der Zeit ohne Armee

Ehemalige Wehrmachtoffiziere im Umfeld des Pazifisten Fritz Küster

Am 18. Januar 1948 gründeten ehemalige, dem militärischen Widerstand des 20. Juli 1944 nahestehende Wehrmachtoffiziere und der bekannte Pazifist Friedrich Küster die Forschungsgemeinschaft (FG) des „Anderen Deutschland“. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Kriege im Zeitalter der Atombombe nicht mehr möglich seien, drängte sie auf die Erziehung der Jugend zum Frieden und zur Demokratie. Dieses Ziel hielt sie nur für erreichbar, wenn Deutschland zu einer entschiedenen Vergangenheitsbewältigung bereit sei, als deren Ergebnis die Abkehr von der kriegerischen Expansionspolitik stehen sollte, die Deutschland ins Verderben des Jahres 1945 geführt habe. Vor dem Hintergrund einer deutschen Gesellschaft, die kaum Bereitschaft zur Aufarbeitung der braunen 12 Jahre zeigte, aber umso stärker das eigene Leid der Nachkriegszeit beschwor, verteidigte die FG den deutschen Widerstand aller Schattierungen gegen eine sich damals rasant ausbreitende zweite Dolchstoßlegende, wonach eben dieser Widerstand die Niederlage von 1945 zu verantworten habe. Konrad Adenauers Politik einer Westorientierung lehnte sie ebenso ab wie die Sowjetisierung der Ostzone und plädierte stattdessen für ein geeintes, neutrales und entmilitarisiertes Deutschland jenseits der entstehenden antagonistischen Blöcke. Trotz aller Anfangserfolge blieb die FG lediglich ein Intermezzo; mit der Währungsreform wurde ihr Ende eingeleitet.


Frieden und Krieg, Beiträge zur historischen Friedensforschung , Band 13
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Veröffentlicht: 14.10.2009
Seitenzahl: 192
Produkt: Broschur
ISBN: 978-3-8375-0213-8
  • 20213

Lothar Wieland

Lothar Wieland
Am 18. Januar 1948 gründeten ehemalige, dem militärischen Widerstand des 20. Juli 1944... mehr
Produktinformationen "Aus der Zeit ohne Armee"

Am 18. Januar 1948 gründeten ehemalige, dem militärischen Widerstand des 20. Juli 1944 nahestehende Wehrmachtoffiziere und der bekannte Pazifist Friedrich Küster die Forschungsgemeinschaft (FG) des „Anderen Deutschland“. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Kriege im Zeitalter der Atombombe nicht mehr möglich seien, drängte sie auf die Erziehung der Jugend zum Frieden und zur Demokratie. Dieses Ziel hielt sie nur für erreichbar, wenn Deutschland zu einer entschiedenen Vergangenheitsbewältigung bereit sei, als deren Ergebnis die Abkehr von der kriegerischen Expansionspolitik stehen sollte, die Deutschland ins Verderben des Jahres 1945 geführt habe. Vor dem Hintergrund einer deutschen Gesellschaft, die kaum Bereitschaft zur Aufarbeitung der braunen 12 Jahre zeigte, aber umso stärker das eigene Leid der Nachkriegszeit beschwor, verteidigte die FG den deutschen Widerstand aller Schattierungen gegen eine sich damals rasant ausbreitende zweite Dolchstoßlegende, wonach eben dieser Widerstand die Niederlage von 1945 zu verantworten habe. Konrad Adenauers Politik einer Westorientierung lehnte sie ebenso ab wie die Sowjetisierung der Ostzone und plädierte stattdessen für ein geeintes, neutrales und entmilitarisiertes Deutschland jenseits der entstehenden antagonistischen Blöcke. Trotz aller Anfangserfolge blieb die FG lediglich ein Intermezzo; mit der Währungsreform wurde ihr Ende eingeleitet.


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