Gertrude Cepl-Kaufmann, Hanneliese Palm

Von Flussidyllen und Fördertürmen

Literatur an der Nahtstelle zwischen Ruhr und Rhein

Der Rhein erscheint als eine idyllische Flusslandschaft mit gepflegten Städten als ein positiv besetzter Mythos und literarischer Topos – im Gegensatz zur Ruhr, die der Region ihren Namen gibt und seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die rasante Entwicklung von einer agrarisch geprägten Landschaft zu einer industriellen Kernzone begleitet. Für die einen war das Ruhrgebiet ein »schwarzes Stück Deutschland«, eine Region harter und schmutziger Arbeiten, bescheidener Lebensverhältnisse, geschichts- und kulturloser Städte, zerstörter Natur, unkontrollierter wirtschaftlicher Macht. Andere sahen im Ruhrgebiet ein Vorbild für die moderne Arbeits- und Lebenswelt, für die Faszination der Technik, für eine internationale und solidarische Gesellschaft, für die Metropolen der Zukunft. Beide Sichtweisen finden sich in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts wieder – in Romanen, Erzählungen und Gedichten ebenso wie in Reportagen, Essays, Rundfunk- und Zeitungsbeiträgen.
Vor diesem Hintergrund befasst sich dieser Band mit den Fragestellungen zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten literarischer Darstellungen des Ruhrgebiets vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Beleuchtet werden Mythen, Topoi und Bilder des Wandels sowie die Bedeutung der Arbeitsmigration für die Eigen- und Fremdwahrnehmung im Hinblick auf die »Nahtstelle Ruhr und Rhein«.


Schriften des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt , Band 24
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Veröffentlicht: 11.10.11
Seitenzahl: 320
Produkt: Broschur
ISBN: 978-3-8375-0524-5
  • 20524

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Jan-Pieter Barbian, geboren 1958 in Saarbrücken, hat in Trier Geschichte, Germanistik und Philosophie studiert. 1991 wurde er mit einer Arbeit über die Literaturpolitik im Nationalsozialismus promoviert. Seit 1999 ist Barbian Direktor der Stadtbibliothek Duisburg. Sein Interesse gilt der Literatur- und Kulturpolitik in der Weimarer Republik und im Dritten Reich sowie der Literatur des Ruhrgebiets. Zu beiden Bereichen hat er zahlreiche Publikationen vorgelegt.<p>Gertrude Cepl-Kaufmann, gebo

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Der Rhein erscheint als eine idyllische Flusslandschaft mit gepflegten Städten als ein... mehr
Produktinformationen "Von Flussidyllen und Fördertürmen"

Der Rhein erscheint als eine idyllische Flusslandschaft mit gepflegten Städten als ein positiv besetzter Mythos und literarischer Topos – im Gegensatz zur Ruhr, die der Region ihren Namen gibt und seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die rasante Entwicklung von einer agrarisch geprägten Landschaft zu einer industriellen Kernzone begleitet. Für die einen war das Ruhrgebiet ein »schwarzes Stück Deutschland«, eine Region harter und schmutziger Arbeiten, bescheidener Lebensverhältnisse, geschichts- und kulturloser Städte, zerstörter Natur, unkontrollierter wirtschaftlicher Macht. Andere sahen im Ruhrgebiet ein Vorbild für die moderne Arbeits- und Lebenswelt, für die Faszination der Technik, für eine internationale und solidarische Gesellschaft, für die Metropolen der Zukunft. Beide Sichtweisen finden sich in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts wieder – in Romanen, Erzählungen und Gedichten ebenso wie in Reportagen, Essays, Rundfunk- und Zeitungsbeiträgen.
Vor diesem Hintergrund befasst sich dieser Band mit den Fragestellungen zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten literarischer Darstellungen des Ruhrgebiets vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Beleuchtet werden Mythen, Topoi und Bilder des Wandels sowie die Bedeutung der Arbeitsmigration für die Eigen- und Fremdwahrnehmung im Hinblick auf die »Nahtstelle Ruhr und Rhein«.


Schriften des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt , Band 24
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